Blogbeitrag
Viveka – Unterscheidungskraft in der Kreativität
Kreativität bedeutet nicht nur, etwas entstehen zu lassen. Sie bedeutet auch wahrzunehmen, auszuwählen und wegzulassen. Hier begegnet uns Viveka – die Unterscheidungskraft aus der Yogaphilosophie. Viveka beschreibt die Fähigkeit, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.
Wahrnehmen
Am Anfang steht oft etwas Zartes. Ein Bild taucht auf. Eine Farbe zieht uns an. Ein Satz entsteht. Eine neue Idee zeigt sich, aber nicht jeder Impuls muss umgesetzt werden. Manche verschwinden, andere kehren immer wieder zurück.
Viveka fragt: Was davon trägt wirklich etwas in sich?
Auswählen
Sobald eine Idee Form annimmt, beginnen die Entscheidungen.
Welche Farbe braucht das Bild? Welche Form ist wesentlich? Was darf wegfallen? Manchmal entsteht die Kraft eines Werkes nicht durch das Hinzufügen, sondern durch das Weglassen.
Geschehen lassen
Es gibt Momente, in denen beim Malen, Schreiben oder Gestalten plötzlich alles fließt. Entscheidungen entstehen beinahe von selbst. Kreativität fühlt sich dann weniger nach „Ich mache“ und mehr nach „Es entsteht“ an.
Viveka hilft zu erkennen, was gerade wesentlich ist:
Was möchte bleiben?
Was darf gehen?
Und wann ist ein Werk fertig?
Viveka sagt nicht, was wir erschaffen sollen. Die Unterscheidungskraft hilft, im Erschaffen immer wieder zum Wesentlichen zurückzufinden.
Nicht alles, was möglich ist, muss entstehen.
Aber das, was wirklich lebendig ist, darf Raum bekommen.
Dieser Beitrag ist eine persönliche kreative Annäherung an Viveka aus der Yogaphilosophie und überträgt den Begriff auf den schöpferischen Prozess.